Hobby: Sie entwirft Schnittmuster für jedes Können

Die Sehnsucht hat die Kissinger Designerin Stefanie Kroth zurückgetrieben zu Stoff und Nähmaschine. In den 90er-Jahren hatte sie Entwurf und Schnittmacherei in der Modefachschule Sigmaringen gelernt. Vor vier Jahren begann sie nun wieder, Nähkurse in Mering zu geben. Ein besonderes Ereignis für die Fans von Nadel und Faden sind ihre Nähwochenenden in Oberammergau. Im Frühjahr ging sie dort wieder mit fünf Frauen in Klausur. Dabei leitet die Designerin Fortgeschrittene ebenso an wie absolute Anfänger.

Für jedes Können hat sie passende Ideen parat: „Oftmals ändere ich in meinen Kursen Schnittmuster ab oder stelle schnell mal einen neuen Schnitt auf.“ Heute hat sie in jeder Tasche einen Skizzenblock, auf dem sie spontane Ideen gleich festhalten kann. Auf ihren Skizzenblöcken sind bereits viele praktische Schnittmuster wie zum Beispiel die Filzeinkaufstasche entstanden. Aber auch anspruchsvolle Designermodelle wie beispielsweise das Kleid Lucy, von dem die Schöpferin selbst sagt: „Dieses Kleid schmeichelt jeder Figur.“


Mittlerweile umfasst das Kissinger Label SO! 17 Schnittmuster mit ausführlichen, illustrierten Nähanleitungen. Darunter auch ein Shirt mit Namen „Mono“, das aus nur einem Schnittteil gefertigt wird. In ihrem Atelier in Kissing werden die Schnittmuster wieder und wieder durchgenäht, bevor sie den Hobbyschneiderinnen zur Verfügung stehen. Die Schnittmuster gibt es auf ihrer Internetseite für einen Betrag zwischen vier und acht Euro zum Herunterladen. Seit zwei Jahren bietet Stefanie Kroth Nähbegeisterten die Möglichkeit, ihre Designerschnitte in behaglicher Atmosphäre in Oberammergau kennenzulernen. Die Designerin steht den Hobbyschneiderinnen an den Wochenenden jeweils von Freitag bis Sonntag mit Rat und Tat zur Seite. Dafür steht diesen ein altes, charmantes Haus mit puristisch eingerichteten Zimmern zur Verfügung.

Anne Zanzinger, die an dem jüngsten Nähwochenende mit dabei war, findet: „Hier fühle ich mich gleich zu Hause. Dieses Haus hat eine ganz tolle Atmosphäre, es ist auf eine unspektakuläre Weise schön beruhigend, es lädt direkt dazu ein, hier kreativ zu sein.“ Verwunderlich war auf den ersten Blick das kleine Handgepäck, das die Damen mitbrachten. Als dann allerdings die Boxen und Taschen mit den Stoffen und dem Nähzubehör aus den Autos entladen wurden, war alles klar. Für viel Kleidung war da im Auto nicht mehr Platz, denn so manche Hobbyschneiderin brachte das halbe Nähzimmer inklusive Nähmaschine und Overlock-Maschine mit nach Oberammergau.

Insgesamt vier dreistündige Nähkurseinheiten wurden den Teilnehmern bei dem Nähwochenende angeboten. „Und manchen ist das noch nicht genug“, lacht Stefanie Kroth „Es ist auch schon vorgekommen, dass morgens um sieben eine Teilnehmerin bereits an ihrer Maschine saß.“ Bei maximal fünf bis sechs Teilnehmern bleibt Stefanie Kroth genügend Zeit für eine intensive Betreuung. Deshalb ist das Nähwochenende auch für Anfänger geeignet. Jeder, der Lust auf selbst gemachte Designerkleidung hat und nicht alleine zu Hause nähen möchte, ist hier gut aufgehoben. „Ich genieße es, in diesen kleinen Gruppen genügend Zeit für intensive Betreuung zu haben und nebenbei noch den einen oder anderen Nähkniff weiterzugeben“, freut sich Stefanie Kroth.

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