Naturpark: Nächste Hürde genommen

Es dauert alles ein bisschen länger als geplant. Schritt für Schritt wird der Naturpark Ammergauer Alpen aber Wirklichkeit. Nachdem zuletzt die Regierung von Oberbayern die Pläne monatelang im Auftrag des Umweltministeriums geprüft hat, gab es nun für Tourismus-Chef Christian Loth und Arno Nunn, dem Vorsitzenden des Trägervereins, eine gute Nachricht aus München: Bei dem ehrgeizigen Projekt werden alle gesetzlichen Kriterien erfüllt. Einer Genehmigung des neuen Naturparks steht rechtlich demnach nichts im Weg.

„Nun können wir weitermachen“, sagt Nunn erfreut. Die nächste Hürde, die jetzt genommen werden muss, ist die Erstellung eines Pflege- und Entwicklungsplanes. Damit wird der Verein ein professionelles Büro beauftragen. Die Kosten werden auf 40 000 Euro geschätzt. Bis zu 60 Prozent dieses Betrages sind förderfähig. Und nach dem Grünen Licht der Regierung geht Nunn auch davon aus, dass das Geld fließt.

Sprudeln müssen zudem Ideen, wie die bislang recht abstrakte Worthülse „Naturpark“ mit Leben gefüllt werden kann. Dabei sind dann alle Beteiligten – also die Gemeinden, der Tourismusverbund Ammergauer Alpen, die Jäger, die Alm-, Wald- und Weidegenossen und die Regionalvermarkter – gefragt. „Wichtig wird in den nächsten Monaten sein, dass wir alle Partner gut in die Prozesse einbinden“, unterstreicht Loth. Schließlich hat sich der Verein der Basisdemokratie verschrieben: Nur wenn alle Mitglieder zustimmen, sind Entscheidung möglich. „Wir werden nichts über Köpfe hinweg entscheiden“, betont Nunn.

Er rechnet damit, dass für den nächsten Schritt etwa drei bis vier Monate Zeit benötigt werden. Also „ist es durchaus realistisch“, dass der Park, wie geplant, noch in diesem Jahr aus der Taufe gehoben werden kann. Zwar gab es Verzögerungen. „Wir sind aber immer noch sportlich unterwegs“, erklärt der Vorsitzende mit Blick auf andere Naturpark-Gründungen.

Bei der Variante in den Ammergauer Alpen stand Nunn zufolge unter anderem der Name bei der Regierung von Oberbayern auf dem Prüfstand. Außerdem wurde geschaut, ob die Mindestregelgröße von 20 000 Hektar eingehalten wird, ob es eine Einigung für umweltverträgliche Erholungsformen und für nachhaltige Regionalvermarktung gibt. Weiteres Kriterium waren die vorhandenen Landschaftsschutzgebiete im künftigen Parkgebiet. Wichtig ist, dass 50 Prozent der Flächen unter Schutz stehen. Das ist im Ammertal der Fall. Wenn auch knapp.

„Es gab einige kritische Punkte“, fasst Nunn die Prüfung zusammen. Letztlich konnte das Konzept aber bestehen. Das Warten hat sich also gelohnt.

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