Neue Rektorin in Oberammergau war 17 Jahre Krankenschwester

Völlig überraschend (und leise) verließ im Oktober vergangenen Jahres Stephan Haas nach nur zwei Jahren die Grund- und Mittelschule in Oberammergau wieder, um als Stellvertretender Schulrat nach Weilheim zu gehen. Für Haas sprang Maria Hochenleitner als kommissarische Schulleiterin in die Bresche, jetzt müssen sich die 326 Schüler/-innen, 35 Lehrkräfte und Eltern der Ammergauer Schule erneut mit einem „Führungswechsel“ vertraut machen: Am kommenden Montag, 17. Februar, 8 Uhr, übernimmt Stefanie Schmidt, die bisherige Konrektorin der Grund- und Mittelschule Garmisch-Partenkirchen am Gröben, die Leitung. „Oberammergau ist eine wunderbare Schule“, freut sich die 50-Jährige auf ihre Aufgabe.

Glücklich zeigt sich auch die scheidende Schulamtsdirektorin Karin Reichelmeier, „dass die kommissarische Übergangssituation so schnell beendet werden konnte“. Kurz und intensiv beschäftigte sich Hochenleitner, „Chefin auf Zeit“, ob sie sich auf die freigewordene Stelle bewerben sollte, um dann die Entscheidung zu treffen, „dass dies in meiner jetzigen persönlichen Situation keine Alternative für mich wäre“. So übernimmt nun in Oberammergau ein neues Gesicht die Schule, die das Ammertal „vom Wandern und Skifahren als Kind, von den Theaterinszenierungen Christian Stückls, von Kofelgschroa und anderen Dingen her kennt“.

Die gebürtiger Pählerin, die heute mit ihrem Mann in Murnau lebt und drei erwachsene Kinder (28, 26 und 22 Jahre alt) hat, machte in Weilheim Abitur und begann danach eine Ausbildung als Krankenschwester. Zunächst war sie im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in München tätig, anschließend in der Oberpfalz – insgesamt 17 Jahre lang.

Im Alter von 31 Jahren begann Stefanie Schmidt dann in Regensburg Lehramt für die Grund- und Hauptschule zu studieren: „Kindererziehung mit Schichtdienst zu koordinieren, ist manchmal nicht ganz einfach. Außerdem habe ich noch einmal eine neue Herausforderung gesucht.“ Begleitet von der beruflichen Veränderung ihres Mannes kam die dreifache Mutter 2008 zurück ins Oberland, und leitete dort zunächst die Grund- und Mittelschule in Huglfing, wo sie drei Jahre lang eine Inklusionsklasse mit zwei geistig behinderten Kindern führte. Es folgte die Station Gröben-Schule: Dort war Schmidt zuletzt als Konrektorin tätig, und arbeitete dabei auch mit etlichen Flüchtlingskindern: „Diese Erfahrungen haben mich sehr bereichert. Man geht sensibler miteinander um, überlegt sich, was wirklich wichtig ist, und ob es überhaupt den Begriff ,normal’ gibt.“

Jetzt also Oberammergau, „ein Ort, an dem Tradition und Moderne sich wunderbar verknüpfen lässt“, wie die neue Rektorin erkannt hat. Da sie selbst kulturell und musikalisch sehr interessiert ist – sie spielt Gitarre und Cello – komme ihr die künftige Wirkungsstätte sehr entgegen: „Die Schule ist ein Pool an Talenten, Schauspielern und Musikern“. Im Mittelpunkt ihres künftigen Schaffens sieht die 50-Jährige die intensive Förderung der Schüler sowie eine gute Arbeitsatmosphäre mit den Lehrern. Sie werde nichts übers Knie brechen, trotz aller Bedeutung von Traditionen jedoch innovativen Dingen aufgeschlossen sein: „Eine Schule muss sich heute weiterentwickeln, und den stets wechselnden Anforderungen der Zeit gerecht werden.“

Ludwig Hutter

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